Intelligente KNX-Steuerung mit klarer Struktur – Smarter Wohnkomfort in einem Neubau

Intelligente KNX-Steuerung mit klarer Struktur – Smarter Wohnkomfort in einem Neubau

Wie lässt sich anspruchsvolle Gebäudetechnik so gestalten, dass sie intuitiv, wartungsarm und ästhetisch ansprechend integriert ist?

Ein Einfamilienhaus im Raum Ellwangen in Baden-Württemberg gibt eine mögliche Antwort: Auch ein komplexes KNX-System lässt sich mit klar strukturierter Visualisierung und ohne überladene Bedienkonzepte realisieren. Systemintegrator Alfred Scholz von Wohncompact Gebäude-Assistenz-Technologien aus Waldstetten setzte dafür auf das Control 12 von PEAKnx in Kombination mit der Visualisierungssoftware YOUVI.

Zentral, intuitiv und klar strukturiert

Der Neubau auf dem großen Doppelgrundstück mit Terrasse und Pool besteht aus einem 200 m2 großen, ebenerdigen Wohnhaus, einem Outdoor-Küchenbereich sowie einer auf das Wohnhaus aufgebauten 75-m2 Einliegerwohnung. Der Bau dauerte etwa eineinhalb Jahre, der Einzug der Familie erfolgte im Frühjahr 2025. Das KNX-Projekt war sehr umfangreich und wurde schrittweise um die gewünschten Funktionen ergänzt.

Im gesamten Gebäude, also im Wohnhaus und in der Einliegerwohnung, sind die Beleuchtung, die Beschattung sowie die komplette Regelung bzw. die Stellantriebe der Fußbodenheizung vollständig über das smarte KNX-Touchpanel steuerbar. Das Panel ist zentral an einer Trennwand zwischen Küchen- und Flurbereich angebracht. Zusätzlich verfügt jeder Raum über einen Gira 4-Tastsensor, mit dem sich die Hauptbeleuchtung und die Beschattung ebenfalls steuern lassen. Diese Kombination sorgt für ein aufgeräumtes, elegantes Raumdesign.

Ein Schwerpunkt lag auf der klaren und übersichtlichen Gestaltung der Bedienoberfläche des Panels: Mithilfe der YOUVI-Visualisierung erhalten Nutzerinnen und Nutzer einen schnellen Überblick über alle Räume. Funktionen wie „Lichter aus“, „Lichter an“ oder „Beschattung runter“ ermöglichen eine intuitive Bedienung, die auch für weniger technikaffine Nutzerinnen und Nutzer geeignet ist.

„Die Kunden wollten ein sauberes, aufgeräumtes Bedienkonzept ohne viele Schalter an den Wänden. Das ist uns gelungen. Sie steuern fast alles ganz einfach, zentral und zuverlässig über das Touchpanel“, so Systemintegrator Scholz.

Lichtsteuerung Effiziente DALI-Lichtsteuerung ohne separates Logikmodul

Insgesamt verfügen das Haupthaus und die Einliegerwohnung über mehr als 100 KNX-Datenpunkte und rund 120 Leuchten, von denen etwa 80 Prozent über DALI dimmbar sind. Das gesamte Lichtkonzept, bestehend aus Wand- und Deckenleuchten sowie diversen LED-Stripes in Wänden, Fußböden, der Garderobe und im Außenbereich, wird direkt über das Touchpanel gesteuert.

Großer Wert wurde auf das Konzept der Außenbeleuchtung gelegt. Stelen im Garten, Wandleuchten, die Hausnummer und eine rund zwei Meter hohe Halbmond-Skulptur werden bei Einbruch der Dämmerung automatisch eingeschaltet und um Mitternacht wieder deaktiviert.

Das Besondere daran: Dank der Unterstützung durch PEAKnx funktionieren diese Automationen komplett ohne separates Logikmodul. Dies wird durch die Kombination aus einem MDT-Schaltaktor AKS und den in den jeweiligen YOUVI-Widgets hinterlegten Timern für die Ein- und Ausschaltzeit ermöglicht.

Die Einschalt- und Ausschaltzeiten werden direkt in der Visualisierung definiert, während die Schwellwerte in der KNX-Applikation hinterlegt sind. So entsteht eine reduzierte, aber flexible Lösung, die ohne zusätzliche Programmierlogik auskommt – ein Effizienzvorteil von YOUVI und ein Ansatz, den der Integrator künftig standardmäßig bei seinen Projekten einsetzen möchte.

Außenbeleuchtung

Integration der PV-Anlage und Energie-Monitoring über YOUVI

Im September 2025 wurde die Photovoltaikanlage mit Wechselrichter und Batteriespeicher nachträglich direkt über die PEAKnx-Fronius-Bridge in YOUVI eingebunden. Die Einrichtung einschließlich der Eingabe der IP-Adresse des Wechselrichters und der Freigabe über die Fronius-Weboberfläche verlief reibungslos.

Mithilfe des Energie-Monitoring-Widgets können Erzeugung, Verbrauch und Ladezustand nahezu in Echtzeit dargestellt werden. Auch die Einrichtung dieser Schnittstelle gelang nach kurzer Remote-Unterstützung durch den PEAKnx-Support problemlos. Die Integration funktioniert auf IP-Basis und erfordert keine zusätzliche Hardware-Logik.

Energie-Monitoring

Haus und Grundstück jederzeit im Blick

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei ihrem Neubauprojekt war für die Bewohner neben dem Komfort und der intuitiven Bedienbarkeit der smarten Steuerungen die Sicherheit.

Rund um das Gebäude sind über das Kamera-Modul insgesamt sieben Außenkameras installiert, die das Haus, den Garten und die Garagenbereiche überwachen. Die Aufnahmen werden zentral und übersichtlich über YOUVI visualisiert.

Haus im Blick

Die Türkommunikation erfolgt mit Audio- und Türöffnerfunktion über eine Gira-Türsprechstelle, die über das YOUVI-Türstationsmodul angebunden ist. Da der Video-Stream bei Anlagen von Gira nicht von externen Anwendungen abgerufen werden kann, wurde eine separate IP-Netzwerkkamera von Reolink eingebunden. Die Kamera sendet die Livebilder des Eingangsbereichs an das Control 12, so dass die Bewohner sehen können, wer vor der Tür steht.

Praxisorientierte Umsetzung mit flexiblen Wartungsmöglichkeiten

Innenausbau Der Bauherr, Inhaber eines Holzbauunternehmens, hat den Innenausbau, die Möbel, die Küche, eine Hauswirtschaftsküche sowie zwei Garderoben größtenteils selbst ausgeführt. Zudem hat er die zahlreichen LED-Stripes eigenständig in Wände, Möbel und Decken integriert - in enger Abstimmung mit dem Systemintegrator.

Für potenzielle Wartungsfälle setzt Wohncompact auf eine Fernwartungslösung von Enertex, die schnelle Anpassungen und Support ohne Vor-Ort-Termine ermöglicht.

Der nachträglich erworbene Mähroboter, der aufgrund der diversen Stelen und Skulpturen im Garten über GPS navigiert, ergänzt das smarte Gesamtkonzept. Er ist jedoch bewusst nicht in die Haussteuerung eingebunden.

Mit YOUVI erfolgreich durch den Alltag

Die Bewohner des Hauses sind mit ihrem Touchpanel und vor allem mit YOUVI sehr zufrieden und würden sich jederzeit wieder dafür entscheiden. Auch für den Systemintegrator ist YOUVI die bevorzugte Visualisierung bei seinen Projekten.

„Die Oberfläche ist modern, die ETS-Integration ist einfach und es fällt nur wenig Nacharbeit an. Im Vergleich zu anderen Systemen wie Enertex oder myGEKKO ist YOUVI für unsere Kunden deutlich attraktiver.“

Die Möglichkeit, das ETS-Projekt direkt zu importieren und beim Parsing automatisch Widgets zu generieren, spart bei der Inbetriebnahme Zeit und vermeidet Konfigurationsfehler – ein entscheidender Vorteil für Systemintegratoren im täglichen Projektgeschäft.

Poolsteuerung Aus praktischen Gründen soll die Poolsteuerung ab Frühjahr 2026 über das Modbus-Gateway ins KNX-System eingebunden und ebenfalls über YOUVI visualisiert werden. Die Steuerung für den Swimmingpool befindet sich derzeit nämlich noch in einer der beiden Doppelgaragen, die als Werkstatt genutzt wird, und für die jeweiligen Steuerungsvorgänge müssen die Bewohner zusätzliche Wege zurücklegen.

Aktuell wird die gesamte Steuerung direkt über das Touchpanel vorgenommen - ohne Sprachsteuerung, da die Bewohner aus Sicherheitsgründen keine Cloud nutzen möchten. Sollten künftig Steuerungsmöglichkeiten per Sprachbefehl gewünscht werden, käme ein Offline-System wie beispielsweise ProKNX zum Einsatz.

Fazit: Smarte Steuerung, klare Linie

Das moderne Einfamilienhaus im Raum Ellwangen zeigt, wie sich mit den Touchpanels von PEAKnx umfangreiche KNX-Projekte auch ohne Logikmodule und Cloudlösungen umsetzen lassen.

Das Zusammenspiel aus Control 12, YOUVI und gezielt eingesetzten KNX-Komponenten ergibt eine Lösung, die gleichermaßen elegant, funktional und zukunftssicher ist. Durch die lokale Datenverarbeitung und die offene Architektur bleibt das System unabhängig, wartungsfreundlich und kann bei Bedarf um neue Funktionen – wie etwa die geplante Poolsteuerung – ergänzt werden.

Das Projekt belegt praxisnah, dass sich intelligente Steuerung, Designanspruch und Bedienkomfort nicht ausschließen müssen, sondern sich im besten Fall perfekt ergänzen. Es liefert ein Beispiel, wie sich Komplexität reduzieren und Nutzerfreundlichkeit maximieren lassen – mit einer Technologie, die im Alltag zuverlässig funktioniert.